Bundestagspräsident Lammert in Alsdorf
Die Wahl in Nordrhein-Westfalen kommenden Sonntag ist eine Schicksalswahl für Europa. Zu diesem Schluss kam Bundespräsident Norbert Lammert (CDU) bei einer Veranstaltung der CDU im Cinetower Alsdorf: „Das Signal, das von diesem Bundesland auch an unsrer europäischen Nachbarn geht, ist groß."
Man könne nicht Spanien, Griechenland und Italien immer wieder sagen, es sei sparen angesagt und dann im bevölkerungsreichsten Bundesland eine Regierung wählen, die immer weiter Schulden machen wolle, erklärte Lammert in seiner Rede. Die Fragestellung, der Veranstaltung, die von CDU-Landtagskandidat Hendrik Schmitz moderiert wurde, lautete „Wie steht es um die Verfassung Europas".
Europa - eine Erfolgsgeschichte? Die größte, die es je gegeben hat? Viele Menschen würden das zurzeit wohl eher verneinen. Der Eindruck der entsteht ist eher der einer Dauerkrise. Es geht um Geld, Schulden, Griechenland, Spanien, den Schuldenschnitt. Aber Bundespräsident Lammert ist eben anderer Meinung. Europa ist ein Erfolgsmodell – und zwar das größte das dieser Kontinent jemals gesehen hat.
Eine steile These, aber der zweite Mann im Staat ist durchaus in der Lage, sie zu untermauern.
Rund 100 Männer und Frauen aus der Region waren gekommen, um sich erneut vom Europagedanken überzeugen zu lassen. Und Lammert, ein Freund des offenen Wortes, enttäuschte sie nicht. Nie habe man in Europa so lange in Frieden leben können. Das würden viele Menschen als Selbstverständlichkeit ansehen. Doch das sei es lange nicht.
Die Sicht des direkten Nachbarn Deutschlands nahm der zweite Gast, Rene von der Linden ein. Van der Linden, Mitglieder der zweiten Kammer der Niederlande und ehemaliger Präsident des Europarats sieht die Entwicklung ganz ähnlich wie der deutsche Kollege: „Ich bin ein Mann, der ab und zu gerne mal eine Krise sieht. Die zeigt wo wir schwach sind. Und in diesem Fall ist klar, wir haben zu wenig Europa" Gier habe Europa in die jetzige Lage geführt.
Für die junge Generation brauche man neue Argumente. „Wollen wir in einer Welt leben, für die wir nur Geschichte sind? Oder wollen wir in einer globalisierten Welt leben, die wir mitgestalten können? Ich denke, die Antwort ist einfach."
So sieht es auch der Landtagskandidat: „Wir leben hier seit 20 Jahren grenzübergreifend. Europa ist bei uns Alltag. Und zwar im besten Sinne. Ich bin auch der Meinung, Europa ist ein Erfolgsmodell und wir brauchen mehr davon."
Das Schicksal von Nordrhein-Westfalen ist eng mit dem Europas verknüpft, das machten beide Redner deutlich.
Lammert verwies noch ein Mal mehr auf das Privileg hin, die Wahl zu haben. „Jedem der es überdrüssig ist zu wählen, kann ich nur die Worte unserer Bundespräsidenten Gauck zitieren: „Das weiß ich genau. Ich werde nie im Leben eine Wahl verpassen. Den ich habe 50 Jahre darauf warten müssen, meine Stimme abgeben zu dürfen".
Ganz wie ein vereinigtes Europa: Keine Selbstverständlichkeit, auch wenn es einem so vorkommt.
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